Einführung
Die Nutzlosen
Nachtstücke
Zeichnung
Hochdruck
Malerei
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Tenz wählte für seine Ausstellung den provokantenTitel  „Performance der

Nutzlosen". Man könnte für die  "Nutzlosen" auch Begriffe wählen wie Ab-

steiger, Verlierer,  Unterschicht, Benachteiligte, Unterpriviligierte, Bedürf-

tige, Hinausgedrängte, Hartz-IV-Empfänger, Versager.

 

In seinem Buch  "Unbehagen in der Postmoderne" (1997)  beschreibt sie

Zygmunt Bauman als  "machtlose Menschen, die die Welt als Falle erfahren

und nicht als  Freizeitpark". Die überflüssige Bevölkerung, wozu  taugt sie

noch, fragt Baumann, angesichts einer Zunahme jener Menschen, die kaum

mehr in den Produktionsprozess eingegliedert werden können und nur noch

als lästig bzw. belastend erscheinen.

 

.……Wie ein roter Faden ziehen sich zivilisationskritische Themen durch sein

Werk, Leben in der Großstadt, Sinnfragen des Lebens, wo steht der Mensch,

was geschieht mit ihm, wie verhält er sich. 

  

Jürgen Tenz geht in seinem vielgestaltigen Werk  immer von neu entwickelten

Fragen aus, um Antworten zu suchen und dafür bildnerische Lösungen zu finden.

Er nutzt die Sprache der Figur, des figurativen Zeichens. In bewegt dynamischer

Formung,  in organisch  tänzerisch-rhythmisierten  Figurationen  treten sie auf

oder als energetisch durchströmte  Lineaturen und Kürzel, die von Luftströmen,

Wirbeln  aufgesogen werden, in die Höhe gehoben, und man ahnt - wie bei ex-

tremen Wetterlagen, Taifunen oder Orkanen - ein Stürzen, Auseinanderdriften,

Fallen folgen könnte.

 

Eine beunruhigende, ja fast bedrohliche Dramatik inszeniert Tenz hier in Strichen,

Linien, Farben und Formen. Menschliche Wesen stürzen kopfüber aus luftigen Kons-

truktionen. An Visionen, denen des Jüngsten Gerichtes, fühlt man sich erinnert.