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Die Serie "Nachtstücke" besteht aus comicartig angelegten Zeichnungen.
Hier bringen nicht der Teufel, Drachen und andere Ungeheuer, wie beim
Jüngsten Gericht, dem Menschen das Fürchten bei. Die Hölle ist auf ein
Schrottplatz verlegt, wo überflüssige Menschen ihre Abwrackung erfahren
In den "Nachtstücken" kommen die dunklen, verdrängten, unheimlichen
Seiten des Menschen zum Ausdruck; Gewaltphantasien, Groteskes, Unge-
heuerliches, Phantastisches, Absurdes. So fern manche der geschilderten
Szenen scheinen mögen, gehen sie doch unter die Haut, weil man viel zu
gut um die tatsächlichen, im realen Leben geschehenen Absurditäten aus
der menschlichen Geschichte weiß.
Zum Markenzeichen sind die Hochdrucke von Jürgen Tenz geworden, her-
gestellt auf eigener Handpresse. Sie werden von stark vereinfachenden
Formen, einem sparsamen Umgang mit kompakt geschnittenen Flächen
bestimmt, in denen sich menschliche Wesen vieldeutig gebärden wie auf
einer Bühne, als ein Stück Lebensbühne zu verstehen. Wir sehen Figuren,
die sich treiben lassen, sitzen, liegen, abwarten, sich hängen lassen, den
Halt und die Kontrolle über sich verlieren………..
Jürgen Tenz charakterisiert den Menschen in seinem Eingebundensein in
Prozesse und Systeme. Mal erscheint er überindividuell, zeichenhaft, in ex-
pressiven Körpergesten sich gebärdend oder auch in Strichen und Linien-
kürzel sich in einer großen Masse auflösend, die wie von einer geheimen
Macht aufgesogen, manipuliert, dirigiert wird. Als Ergebnis entstehen Bild-
welten voller hintergründiger Anspielungen und Weisheiten.
Dietlinde Schirmacher – Kunstwissenschaftlerin – anlässlich der Ausstellung
in der Galerie Berlin-Baku, Oktober 2009
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